Dürre: 6,5 Millionen Kinder am Horn von Afrika von Hunger bedroht

Bis zu 6,5 Millionen Kinder könnten aufgrund wiederkehrender Dürren am Horn von Afrika verhungern, warnt Save the Children vor dem Treffen der Afrikanischen Union. Eine halbe Million Kinder in der Region leidet bereits jetzt an schwerer akuter Mangelernährung.
Yesriba, 28, with her son Seid, two, who is
recovering from severe-acute malnutrition, in Sewena, Bale Zone

In Somalia, Äthiopien und Kenia blieben während mehrerer Jahre in Folge die so wichtigen Regenfälle entweder aus oder traten nur unregelmässig auf. Dies führte zu einer schweren Wasserknappheit und einem grossen Viehsterben in den drei Ländern, so dass bis zu 15 Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen sind.

«Die nächste Regenzeit wird der Region erneut eine unterdurchschnittliche Menge an Niederschlägen bringen und die schon verzweifelte Situation von Kindern und ihren Familien in Somalia, Äthiopien und Kenia zusätzlich verschlimmern – Millionen von Menschen könnten von Hunger bedroht sein oder verhungern», so Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz vor dem Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba.    

«Nun, da sich Geber, politische Führer und der Generalsekretär der Vereinten Nationen auf das Treffen vorbereiten, fordern wir sie dazu auf, an die Not dieser Kinder und ihrer Familien zu denken. Sie müssen ihre Bemühungen, Hilfsmassnahmen zu dieser Katastrophe zu unterstützen, verstärken. Die Leben von Millionen Menschen stehen auf dem Spiel. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler machen, die schon in der letzten Hungersnot in Somalia zum Tod von 130.000 Kindern unter fünf Jahren führten.»

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Somalias ist mit einer schweren Nahrungs- und Wasserknappheit konfrontiert, Somalia steht am Rande einer Hungersnot. Über 350.000 Kinder leiden bereits an Mangelernährung – darunter über 70.000 Kinder, deren Unterernährung lebensbedrohliche Formen angenommen hat. Aufgrund der Wasserknappheit hat sich in Somalia der Preis für ein Fass Wasser verdreifacht – drei Viertel der Viehbestände sind verendet!

Drei Viertel aller ankommenden Kinder zeigen Anzeichen von Unterernährung
Tausende Familien sind auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Viele von ihnen hoffen, Hilfe in Äthiopien zu finden. Mehr als drei Viertel aller Kinder, die nach der Ankunft im Dollo Ado Lager in Äthiopien ankommen und untersucht werden, zeigen Anzeichen von Unterernährung.

Auch Äthiopien leidet unter der Dürre. Viele Kinder sind gezwungen, die Schule abzubrechen, was ihr Risiko steigert, frühverheiratet oder zur Migration gezwungen zu werden. Während die Äthiopische Regierung immer noch daran arbeitet, die Auswirkungen der letztjährigen Dürre zu mildern, beantragt das Land 948 Millionen US-Dollar, um 5,6 Millionen Menschen in Not zu helfen; 47 Millionen US-Dollar wurden bereits gesprochen.

In Kenia sind mehr als 1,25 Millionen Menschen dringend auf Nahrung angewiesen – wobei sich diese Zahl in den nächsten Monaten noch deutlich erhöhen dürfte.

Save the Children versucht, den Auswirkungen der Dürre in Somalia, Äthiopien und Kenia entgegenzuwirken. Wir unterstützen Flüchtlinge, die von Somalia im Dollo Ado Flüchtlingslager in Äthiopien eintreffen. Wir stellen Bargeldunterstützung, Nahrungsmittelgutscheine und mobile Gesundheitskliniken zur Verfügung und sorgen mit Tankwagen voller Wasser für Betroffene. Zudem bieten wir Kindern und ihren Familien Nahrungs-, Bildungs- und Kinderschutzleistungen.