Internationaler Mädchentag: jede Kinderheirat ist eine zu viel

Eine aktuelle Studie von Save the Children und der Weltbank zeigt alarmierende Zahlen auf, jeden Tag werden 20'000 Mädchen widerrechtlich verheiratet.

11.10.2017
Weltweit werden jedes Jahr Millionen von Mädchen illegal frühverheiratet - jünger als das jeweils nationale Gesetz es erlaubt, Millionen haben in ihren Heimatländern gar keinen rechtlichen Schutz vor einer Kinderehe. Diese erschreckenden Zahlen bringt eine neue Studie von Save the Children und der Weltbank zum internationalen Mädchentag ans Licht.

Fortschritte sind lediglich in der Gesetzgebung einiger weniger Länder zu erkennen. Zwischen 2015 und 2017 haben neun Staaten entweder das Mindestalter angehoben oder bisherige Ausnahmeregelungen aufgehoben, so etwa die, wenn durch das Einverständnis der Eltern trotz gesetzlichen Einschränkungen eine Ehe abgeschlossen wird.

Von einer konsequenten Umsetzung solcher Gesetze sind viele Länder jedoch noch weit entfernt. Trauriges Zeugnis davon: Von allen Frühehen weltweit wurden 68 Prozent gegen bestehende Gesetze geschlossen.

Noch sind die Hindernisse zu einer Verbesserung dieser unhaltbaren Situation erheblich. Gründe für die hinkende Umsetzung liegen unter anderem in widerstrebenden nationalen, gewohnheitsrechtlichen und religiösen Gesetzen sowie tiefverwurzelten Traditionen und deren Unterstützung durch lokale Machthaber.

Ehe erst ab 18, Bildungszugang sichern

Die Forderungen aus der Studie sind unmissverständlich: «Das Mindestalter von Ehen muss weltweit auf 18 angehoben, Ausnahmeregelungen abgeschafft werden. Zusätzlich braucht es nationale Strategien um Mädchen als Alternative zur Heirat den Schulbesuch zu sichern».

Hoffnung setzt Save the Children unter anderem auch auf eine Konferenz zur Abschaffung von Kinderehen, die vom 23. Bis 25. Oktober im Senegal stattfindet. Anlässlich der von west- und zentralafrikanischen Staaten angeführten Tagung versammeln sich Regierungsvertreter, religiöse Anführer, Kinderrechtsorganisationen, Jugendliche und UN-Agenturen, um Lösungen zur Abschaffung von Kinderehen zu diskutieren. In vielen Ländern West- und Zentralafrikas sind Mädchen besonders stark betroffen, alleine in dieser Region werden jährlich 1,7 Millionen illegale Kinderehen geschlossen.

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