Jede Minute sterben zwei Kinder an Lungenentzündung

Ein neuer Bericht von Save the Children zeigt, dass jährlich fast eine Million Kinder an einer Lungenentzündung sterben. Und das, obwohl diese Krankheit leicht heilbar ist.
Zwei Kinder sterben pro Minute an Lungenentzündung

09.11.2017

Mit dem Bericht «Fighting for Breath», lanciert Save the Children seinen verstärkten Einsatz gegen Lungenentzündung. Das Ziel der Hilfsorganisation ist es, in den nächsten fünf Jahren eine Million Kinderleben zu retten – denn eine Lungenentzündung ist vergleichsweise leicht heilbar: Schon mit Antibiotika im Wert von 40 Rappen könnte ein erkranktes Kind in drei bis fünf Tagen vor dem Tod bewahrt werden.

Lungenentzündung führt zu mehr Todesfällen als Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen

Keine andere Krankheit ist für mehr Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich als Lungenentzündungen. So sterben jede Minute zwei Kinder in diesem Alter daran – das sind mehr als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen.

Über 80 % der Todesfälle treten bei Kindern unter zwei Jahren auf. Oftmals leiden diese Kinder an Mangelernährung oder wurden zu wenig mit Muttermilch versorgt und besitzen so ein geschwächtes Immunsystem. Vor allem Säuglinge sind in den ersten Wochen ihres Lebens sehr gefährdet, an Lungenentzündung zu erkranken – und Medikamente in den betroffenen Ländern sind nur spärlich vorhanden.

Was Save the Children fordert

Dass so viele Kinderleben durch Lungenentzündungen gefährdet sind, ist unhaltbar. Vor allem, da das Wissen und die Ressourcen verfügbar sind, um sie zu retten. Wenn wir so weitermachen, lassen wir zu, dass diese grausame Krankheit den betroffenen Kindern buchstäblich den Atem raubt und ihre Eltern traumatisiert und hilflos zurücklässt.
 
Um diese erschreckende Anzahl an Todesfällen zu bekämpfen und Millionen Kinderleben zu retten, fordert Save the Children deshalb:
  • Günstigere Impfungen für Betroffene, damit Lungenentzündungen verhindert werden und in Immunisierung investiert werden kann.
  • Dass speziell geschulten und ausgebildeten Gesundheitshelfern den Zugang in betroffene Regionen gewährt wird, damit Lungenentzündungen rechtzeitig und korrekt diagnostiziert werden können.
  • Regierungen und Hilfsorganisationen müssen sicherstellen, dass lebensrettende Antibiotika erhältlich sind
  • Eine vermehrte öffentlich-private Zusammenarbeit, um die Versorgung mit wichtigen Sauerstoffvorräten auszubauen und Kindern mit Atemnot zu helfen