Ihre Spende rettet Leben!

Helfen Sie Kindern mit Lungenentzündungen.

Spenden

Jedes sechste Kind wächst in Kriegen und Konflikten auf

Jedes sechste Kind weltweit lebt mittlerweile in Kriegs- und Konfliktgebieten, das betrifft 357 Millionen Minderjährige. Anfang der 1990er Jahre waren es noch 200 Millionen. Das entspricht einem Anstieg um 75 Prozent. Dies ist nur eines der erschütternden Ergebnisse der von der Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlichten Studie „Krieg gegen Kinder.
Flash player is required to show this video. Please download Flashplayer here.

19.02.2018

Fast die Hälfte dieser betroffenen Kinder lebt in Gebieten mit besonders schweren Konflikten. Ihnen drohen dabei brutalste Menschenrechtsverletzungen: Mädchen und Jungen werden getötet oder verstümmelt, als Kindersoldaten rekrutiert, sexuell missbraucht, entführt, sie werden Opfer von Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser oder ihnen wird humanitäre Hilfe verweigert.
 
Anstieg um fast 300 Prozent

Seit 2010 ist die Anzahl der getöteten oder versehrten Kinder um fast 300 Prozent gestiegen. Gründe dafür sind beispielsweise der Einsatz explosiver Waffen in besiedelten Gebieten sowie der Anstieg der Dauer und Intensität von Konflikten. Allgemeine Kriegsregeln und humanitäres Völkerrecht werden immer häufiger missachtet, etwa in Ländern wie Syrien, dem Südsudan, dem Jemen und Afghanistan.  
 
Die Zahl der Fälle, in denen Kinder keinen Zugang zu humanitärer Hilfe bekommen haben, ist derweil um mehr als 1.500 Prozent gestiegen.
 
Der Bericht zeigt zudem:
  • Syrien, Afghanistan und Somalia waren 2016 die gefährlichsten von Konflikten betroffenen Länder für Kinder. Unter den ersten zehn befinden sich zudem sechs afrikanische Staaten.
  • Im Nahen Osten leben zwei von fünf Kindern in einer Konfliktzone. In Afrika ist es eines von fünf.
„Es ist schockierend, dass immer mehr Kinder in Konfliktgebieten aufwachsen und den schwersten Formen von Gewalt ausgesetzt sind. Kinder leiden unter Dingen, die kein Kind jemals erleben sollte“, sagt Helle Thorning-Schmidt, CEO von Save the Children International. „Ihre Häuser, Schulen und Spielplätze sind zu Schlachtfeldern geworden. Diese Verbrechen sind eine Verletzung des Völkerrechts. Die Staats- und Regierungschefs der Welt müssen mehr tun, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Wenn Kinder in Konflikten nicht geschützt werden, raubt es diesen Mädchen und Jungen – und der ganzen Welt – eine bessere Zukunft“.
 
„Die Weltgemeinschaft muss sich entscheiden: Werden wir zusehen, wie immer mehr Kinder an ihren Schulbänken und in ihren Krankenhausbetten sterben, ihnen lebensrettende Hilfe verweigert wird oder sie von bewaffneten Gruppen rekrutiert werden? Oder werden wir uns damit auseinandersetzen und den Krieg gegen Kinder endgültig beenden?“ mahnt Helle Thorning-Schmidt.
 
Save the Children fordert:
  • Kinder müssen geschützt werden: Es muss mehr in die Konfliktprävention und Friedenssicherung sowie in die Ausbildung zum Kinderschutz bei Streitkräften investiert werden.
  • Internationale Gesetze und Standards müssen eingehalten werden: Alle Staaten und Akteure müssen sich an die völkerrechtlichen Bestimmungen halten. Der Einsatz explosiver Waffen in besiedelten Gebieten muss aufhören.
  • Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden: Beobachtungs- und Berichterstattungsmechanismen müssen eingesetzt werden, um Menschenrechtsverletzungen  ordnungsgemäss, unter Einbeziehung der Justizsysteme, zu verfolgen.
  • Regierungen in Konfliktländern und die internationale Gemeinschaft müssen mehr in den Wiederaufbau investieren: Kinder müssen im Mittelpunkt der Wiederaufbaubemühungen stehen, einschließlich der Bereitstellung einer angemessenen Versorgung der Kinder, der Ausbildung lokaler Fachkräfte und der Unterstützung von Kindern mit Behinderungen.