Der Monsun hat eingesetzt: Kinder brauchen dringend Schutz

Nach dem bisher schlimmsten Sturm in diesem Jahr und dem Einsetzen des Monsuns verschärft sich die kritische Lage in den Flüchtlingslagern in Bangladesch weiter. Erste Strassen und Zufahrtswege sind versperrt.
Medienmitteilung Rohingya Monsun

13.06.2018

Mit dem Einsetzen des Monsuns sind mehr als 900'000 Menschen im Flüchtlingslager in Cox's Bazar durch Erdrutsche, Überschwemmungen und Krankheiten existenziell in Gefahr. Mehr als 370'000 Kinder und ihre Familien stehen vor einer höchst schwierigen Phase: Die unbefestigten, im steilen Gelände errichteten provisorischen Unterkünfte, drohen durch den Regen weggeschwemmt und Strassen überflutet zu werden.

Zusätzliche Gefahren für Kinder

Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz fordert rasches Handeln: "Die Lage in den Flüchtlingslagern in Bangladesch war schon vor dem Monsun prekär, nun spitzt sie sich weiter zu. Wir erleben momentan auch in der Schweiz schwere Unwetter und Überschwemmungen. Man stelle sich vor, wie es wäre, diese auf einem ungesicherten Platz in einem Zelt durchstehen zu müssen. Wir sollten zudem nie vergessen, dass es sich gerade so gut um unsere eigenen Kinder handeln könnte!"

Die Gefahr, dass Kinder im Flüchtlingslager mit verunreinigtem Wasser in Berührung kommen, steigt durch die starken Regenfälle an. Dadurch übertragene Krankheiten führen bei den oft schon gesundheitlich geschwächten Kindern sehr schnell zu starker Unterernährung, die behandelt werden muss. Da für Kinder die Auswirkungen des Monsuns schwer vorstellbar sind und sie nicht wissen wie sie sich in Sicherheit bringen können, ist die Gefahr gross, dass sie im Chaos verloren gehen.

Save the Children ist in Bangladesch seit vielen Jahren etabliert

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children arbeitet seit 1970 in Bangladesch und setzt seit 2012 Hilfsmassnahmen in der Rohingyakrise um. In den letzten Monaten drehte sich die Arbeit um die Vorbereitungen auf den Monsun. So hat Save the Children beispielsweise ein Gesundheitszentrum errichtet, das Menschen durchgängig versorgen kann. Zudem haben wir Brücken und Unterkünfte befestigt, damit sie den heftigen Regenfällen und Stürmen des Monsuns standhalten. Doch erst jetzt, mit dem Einsetzen der Regenfälle, werden die grossen Gefahren, insbesondere für Kinder, sichtbar und wir können abschätzen, welche weiteren Massnahmen notwendig sind.

"Ein starker Sturm, der heftigste dieses Jahr, hat im Lager Schaden angerichtet und ganze Teile des Camps sind nur noch zu Fuss erreichbar. Wir machen uns besonders Sorgen um die Kinder, denn sie sind in solchen Situationen die verletzlichsten. Sie sind gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt und können sehr einfach von ihren Familien getrennt werden", schildert Daphnee Cook, Save the Children-Sprecherin, die in Cox's Bazar arbeitet, die Lage.
Allein in den Monaten Juni, Juli und August wird in Cox's Bazar mehr als 2500mm Niederschlag erwartet. Dies ist mehr als doppelt so viel Niederschlag wie die Stadt Zürich im Jahr 2017 verzeichnete.

Erfahren Sie im Augenzeugenbericht von Lea Bachmann, Direktorin Partnerschaften Stiftungen und Unternehmen von Save the Children Schweiz, mehr über die Lage im Flüchtlingslager Cox's Bazar in Bangladesch.