Eine verlorene Generation: Nur jedes vierte Rohingya-Kind besucht die Schule

In der Rohingya-Flüchtlingskrise in Bangladesch müssen Kindern dringend mehr Bildungsprojekte zur Verfügung gestellt werden. Das fordert die Kinderrechtsorganisation Save the Children im Rahmen des heutigen Besuchs des UN-Generalsekretärs im Flüchtlingslager.
Save the Children in Bangladesch

02.07.2018

Beinahe 75% aller Rohingya-Flüchtlinge im Schulalter können im Exil in Bangladesch nicht zur Schule gehen. Das muss sich dringend ändern, fordert die Kinderrechtsorganisation Save the Children anlässlich des Besuchs des UN-Generalsekretärs im Flüchtlingslager.

Bildung als lebensrettende Massnahme  

"Fast 400.000 Rohingya-Kinder in Bangladesch haben derzeit keinen Zugang zu Schulbildung. Ihnen wird ihr Recht auf Bildung verwehrt, sie lernen weder Lesen noch Schreiben. Eine ganze Generation von Kindern und ihre Familien stehen vor einer sehr düsteren Zukunft", sagt Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz. "Bildung ist kein Luxusgut, sondern auch eine Massnahme, die Leben rettet. Sie bietet Kindern die Möglichkeit, durch gewohnte Strukturen die verheerenden Einflüsse von Gewalt und Vertreibung auf ihre psychische Gesundheit zu verarbeiten und schützt Kinder vor weiterer Ausbeutung und Missbrauch", so Güven weiter.
 
Save the Children fordert Unterstützung für nachhaltige Hilfe

Save the Children bietet im Flüchtlingslager in Cox's Bazar Bildungsprojekte für Kinder an, um ihnen wenigstens ein bisschen Bildung zu vermitteln. Weil allerdings nicht ausreichend Projekte vorhanden sind, kann nur etwa jedes vierte Rohingya-Kind zur Schule gehen, oftmals nur für zwei Stunden am Tag und in Klassen, für die sie bereits zu alt sind.
 
"Heute besuchen der UN-Generalsekretär, der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge sowie der Chef der Weltbank die Flüchtlingslager in Bangladesch", führt Güven aus. "Da sie nun die prekären Verhältnisse mit eigenen Augen gesehen haben, fordern wir sie auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Bildungsversorgung in den Lagern zu verbessern und Kindern so eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben."

Save the Children fordert zudem eine langfristige Lösung für die andauernde Krise und die desolaten Zustände. Es müssen sichere, menschenwürdige und freiwillige Rückführungen für Rohingya ermöglicht werden, welche die Grundrechte von Kindern und ihren Familien gemäss internationalem Recht achten und sicherstellen.
 
Save the Children ist seit 2012 in der Rohingya-Krise und seit 1970 in Bangladesch tätig. Mit der Unterstützung der Regierung von Bangladesch sowie weiterer Partner wie der Glückskette betreibt die Kinderrechtsorganisation in den Flüchtlingslagern in Cox's Bazar fast 100 Zentren, die Kindern beim Lernen unterstützen.