Frühe Förderung von asylsuchenden Kindern in der Schweiz

Angesichts des steigenden Anteils der Asylgesuche von Kindern und Jugendlichen ist eine rasche und kindgerechte Unterstützung in den Gemeinden sinnvoll und wichtig. Je früher Kinder zu Stabilität zurückfinden, desto besser. Zu diesem Thema wurde im Magazin «Schweizer Gemeinde» ein Artikel veröffentlicht.
kinderfreundlicher Raum, frühe Förderung, Flüchtlingskinder

19.12.2018

Die Auswertung der Schweizer Asylstatistik spricht eine klare Sprache: Obwohl die Anzahl Asylgesuche sinkt, ist der Anteil der Gesuche von Kindern und minderjährigen Jugendlichen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die meisten dieser Kinder bleiben längerfristig in der Schweiz: die Schutzquote von Minderjährigen lag letztes Jahr bei 80 Prozent. Eine möglichst rasche und gute Unterstützung auf Gemeindeebene ist daher wichtig und sinnvoll, denn je früher Kinder, die viel Unsicherheit erfahren haben, Stabilität erleben, geschützt sind und in ihrer Entwicklung gefördert werden, desto erfolgreicher werden ihre Ressourcen gestärkt und können sie ihr Potenzial besser entfalten.

Pilotprojekt «Kinderfreundliche Räume» in drei Schweizer Asylunterkünften

Das Leben in Gemeinschaftsunterkünften kann für Kinder belastend sein, und sie sind Risiken wie sexuellen Übergriffen und Gewaltanwendung ausgesetzt. Häufig leiden auch ihre Eltern unter fluchtbedingten Belastungen und Desorientierung, die die Elternkompetenz beeinträchtigen. Da Kinder zu den verletzlichsten Personen in Asylunterkünften gehören und deren spezielle Bedürfnisse häufig zu wenig Beachtung finden, setzte die Kinderrechtsorganisation Save the Children Schweiz im Rahmen eines Pilotprojekts von 2016 bis 2018 das Programm «Kinderfreundliche Räume» um. In Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und den im Asylbereich tätigen Dienstleisterinnen ORS und AOZ wurde das Pilotprojekt in drei Asylunterkünften während je bis zu zwölf Monaten betrieben: im städtischen Übergangszentrum Halle 9 in Zürich-Oerlikon und in den Empfangs- und Verfahrenszentren Kreuzlingen und Bern.

Über 1000 Mädchen und Jungen erreicht

Insgesamt nahmen über 1000 Mädchen und Jungen regelmässig an den betreuten Spiel- und Bildungsaktivitäten teil. Die Auswertung des Programms für begleitete und unbegleitete Kinder und der dazugehörigen fachlichen Beratung zeigt, dass mit diesem Projekt wichtige Ziele erreicht wurden. So erhielten Mitarbeitende in den Asylzentren durch Weiterbildungen Handlungssicherheit im Umgang mit geflüchteten Mädchen und Jungen, und Gemeinschaftsunterkünfte wurden wesentlich kinderfreundlicher und sicherer. Auf diese Weise konnte das Programm in den vorhandenen Strukturen verankert und den Betreiberorganisationen übergeben werden.

Unterstützungsangebot für Gemeinden

Vor allem bei Kindern im Vorschulalter ist eine spezifische Unterstützung in Form von frühkindlicher Förderung nicht nur Voraussetzung für die bestmögliche Entwicklung, sondern auch für die Senkung von Folgekosten für die Gemeinde. Denn die meisten asylsuchenden Kinder bleiben längerfristig in der Schweiz, sodass eine möglichst frühe altersgerechte Förderung von grosser Bedeutung für einen erleichterten Schuleintritt, die gesellschaftliche Integration und den späteren Eintritt ins Berufsleben ist.

In den Bereichen frühe Förderung, Betreuung, Unterbringung und Schutz von geflüchteten Kindern und Jugendlichen verfügt die Kinderrechtsorganisation Save the Children Schweiz über eine erprobte Fachexpertise und Praxistipps. Hier finden Sie unsere Dienstleistungsangebote.

Lesen Sie den gesamten Artikel aus dem Magazin «Schweizer Gemeinde»