Jährlich sterben 100'000 Babies an den Folgen von Konflikten

Mehr als 100'000 Neugeborene werden jährlich Opfer von Kriegen. Zudem leben weltweit fast 20 Prozent aller Kinder in von bewaffneten Konflikten betroffenen Regionen – so viele wie noch nie. Dies zeigt unsere aktuelle Studie.

15.02.2019

Zwischen 2013 und 2017 sind weltweit mindestens 550'000 Neugeborene (respektive rund 870'000 Kinder unter fünf Jahren) an den Folgen von Kriegen und anderen bewaffneten Konflikten gestorben. Dies entspricht einem Durchschnitt von jährlich mehr als 100'000 Babies, welche aufgrund von Hunger, zerstörten Spitälern, einer beschädigten Gesundheits-Infrastruktur sowie dem fehlenden Zugang zu Medikamenten und sanitären Einrichtungen sterben. Am meisten betroffen waren dabei Neugeborene und Kinder in Afghanistan, Jemen, Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Syrien, Irak, Mali, Nigeria und Somalia.

Hinzu kommt: Bewaffnete Konflikte ziehen sich heute öfter in die Länge, finden vermehrt in urbanen Gebieten statt und werden verstärkt innerhalb der Zivilbevölkerung ausgefochten. Mit der Konsequenz, dass heute inzwischen 420 Millionen Kinder (18 Prozent aller Kinder weltweit) in von Kriegen und anderen bewaffneten Konflikten betroffenen Regionen und Ländern leben. Dies entspricht einer Zunahme von weltweit 30 Millionen Kindern, die davon betroffen sind, und dem höchsten Wert seit 20 Jahren.

Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie «Stop the War on Children», welche heute zum zweiten Mal nach 2018 von uns veröffentlicht wurde. Dieses Jahr wird die Studie anlässlich der heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) veröffentlicht; dieses Forum möchte durch anhaltenden, kuratierten und zugleich informellen Dialog innerhalb der internationale Staaten- und Sicherheitsgemeinschaft zur friedlichen Beilegung von Konflikten beitragen.

Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz, kommentiert:

«Unsere Studie zeigt, dass die Art und Weise, wie heutige Kriege geführt werden, Kindern immer mehr Leid zufügt. Es ist schockierend, dass wir uns im 21. Jahrhundert von einfachsten Grundsätzen und moralischen Standards wegbewegen – Kinder und Zivilpersonen sollten nie als Ziele anvisiert werden.»

Er ergänzt: «Dank ihrer Expertise in den Bereichen Entwicklungshilfe, Katastrophenschutz, Friedensvermittlung und Demokratiebildung sowie aufgrund ihrer langen humanitären Tradition ist die Schweiz bestens gerüstet, in Krisen- und Konfliktgebieten zu vermitteln. Aber auch im Inland ist Engagement von grosser Bedeutung, zum Beispiel durch kinderfreundliche, altersgerechte Räumlichkeiten mit sorgfältig geschulten Betreuern in Asylzentren.»