Venezuela: Flucht vor Gewalt, Hunger und Perspektivlosigkeit

Die Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, Gewalt und der Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten haben in Venezuela dazu geführt, dass seit 2015 rund 3,4 Millionen Menschen aus dem Land geflohen sind.
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27.02.2019
Die Familie der zweijährigen Lusanna flüchtete aufgrund der Perspektivlosigkeit und Hunger in Venezuela nach Kolumbien.
 
Die Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, Gewalt und der Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten haben in Venezuela dazu geführt, dass seit 2015 rund 3,4 Millionen Menschen aus dem Land geflohen sind. Viele von ihnen erhoffen sich im benachbarten Kolumbien ein besseres Leben.
 
Gemäss der UNO ist die Fluchtbewegung in Venezuela gar grösser als die Fluchtbewegung über das Mittelmeer nach Europa, als diese 2015 die Spitze erreichte. Und laut Prognosen wird die Anzahl Flüchtlinge bis Ende 2019 auf bis zu 5,3 Millionen ansteigen – dies bedeutet, dass dieses Jahr durchschnittlich über 6000 Flüchtlinge pro Tag das Land verlassen werden.
 
Kinder sind besonders gefährdet

Allein 2018 kamen mehr als 125'000 Kinder aus Venezuela nach Kolumbien – viele von ihnen ohne Eltern. Sie laufen Gefahr, von bewaffneten Gruppen rekrutiert zu werden oder in die Hände von Menschenhändlern zu fallen. Die Schulen und Krankenhäuser in Kolumbien sind vollkommen überfüllt.
 
Viele fliehen in die Obdachlosigkeit

Die meisten venezolanischen Familien müssen auch in Kolumbien und weiteren Nachbarländern wie Ecuador, Peru und Chile um ihr Überleben kämpfen. Viele schlafen auf der Straße oder in verlassenen Gebäuden, ohne sanitäre Anlagen und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Die Kinder leiden besonders, da sie von der Flucht oft traumatisiert sind und nicht zur Schule gehen können.  
 
So hilft Save the Children geflüchteten Menschen aus Venezuela 

Save the Children ist seit 1991 im benachbarten Kolumbien aktiv und leistet gerade in Grenzregionen Nothilfe für Kinder und ihre Familien auf der Durchreise und für Menschen, die sich in informellen Camps niedergelassen haben. Wir unterstützen die geflüchteten Venezolaner u.a. mit Hygienesets, Wasserfiltern und Vorräten. Zudem haben wir sieben Schutz- und Spielräume für Kinder eingerichtet, in denen Mädchen und Jungen psychosoziale Unterstützung erhalten, spielen und lernen können. Außerdem verteilen wir Schulmaterial und bilden Lehrpersonal weiter, damit sie auf die besonderen Bedürfnisse der geflüchteten Kinder eingehen können.