Genf: Heute vor 95 Jahren wurden erstmals Kinderrechte formuliert

Heute vor 95 Jahren wurde in Genf die erste Erklärung über die Rechte des Kindes unterzeichnet. Die fortan als "Déclaration de Genève" bezeichnete Charta hielt erstmals Rechte für Kinder fest und resultierte in der heute weltweit gültigen UN-Kinderrechtskonvention.
Deklaration, Genfer Erklärung

28.02.2019
Heute vor 95 Jahren, am 28. Februar 1924, wurde die Déclaration de Genève in Genf von Vertretern der Kinderrechtsorganisation Save the Children unterzeichnet. Erstunterzeichner der Déclaration de Genève war dabei der ehemalige Genfer Bundesrat und Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, Gustave Ador. Erarbeitet und formuliert wurde dieses Dokument von Eglantyne Jebb, Gründerin der Kinderrechtsorganisation Save the Children. Sie appellierte an die Menschheit, «den Kindern das Beste zu geben, das sie zu bieten hat», und ihre Verantwortung gegenüber den Kindern wahrzunehmen.

Die positiven Auswirkungen, die die Déclaration de Genève weltweit auf Kinder und ihre Rechte hatte, waren gewichtig: Mit der späteren Aufnahme dieser Erklärung durch den Völkerbund (der Vorgängerorganisation der UNO) erhielten Kinder und Jugendliche erstmalig eigene Rechte und wurden nicht mehr automatisch als Eigentum ihrer Eltern betrachtet. Zudem bildete das Dokument die Basis für die heutige UN-Kinderrechtskonvention.

Philip Jaffé, Professor für Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Genf und Schweizer Vertreter im UNO-Kinderrechtsausschuss erläutert: "Die aussergewöhnlichen Bemühungen von Eglantyne Jebb führten zur Déclaration de Genève. Dies beeinflusste die Geschichte von Kindern überall auf der Welt massgeblich und etablierte die Stadt Genf als unbestrittenes Zentrum für Kinderrechte."

Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz, ergänzt: «Die Schweiz hat erfreulicherweise massgeblich zur Entstehung der Rechte für Kinder beigetragen. Doch auch heute, 95 Jahre nach ihrer Unterzeichnung, ist täglich grosses Engagement notwendig, um Kindern und Jugendlichen zu ihren eigentlich unverhandelbaren Rechten zu verhelfen – insbesondere in aktuellen Konfliktregionen wie Syrien oder Jemen.»