Acht Jahre Krieg: Kinder in Syrien fordern Frieden und Bildung

Gewalt, zerrissene Familien, zerstörte Infrastruktur und fehlende Bildung: Acht Jahre Krieg in Syrien prägten das Leben syrischer Kinder massiv. Sie leiden unter Ängsten und Traurigkeit, haben zugleich aber ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht verloren: Das zeigt der Bericht „A Better Tomorrow: Syria’s Children Have Their Say”, den die Kinderrechtsorganisation Save the Children kurz vor dem achten Jahrestag des Konflikts veröffentlicht.
Yacoub, 12, aus Syrien

11.03.2019

„Mehr als vier Millionen Kinder in Syrien kennen nur Krieg und haben Dinge erlebt, die kein Kind erleben sollte“, sagt Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz. „Sie fühlen sich unsicher und allein. Die Teilnehmer der Brüsseler Syrien-Konferenz müssen den syrischen Kindern zuhören und dazu beitragen, dass diese Kinder eine Zukunft haben.“
 
Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 365 Kindern und Jugendlichen in den vier kriegszerstörten Provinzen Idlib, Aleppo, Rakka und Al-Hasaka. Mehr als ein Drittel der befragten Kinder fühlt sich „immer oder häufig“ unsicher sowie verzweifelt und allein. Die Hälfte der Kinder beschreibt die Trennung von Familienmitgliedern, die Zerstörung ihrer Häuser und lebenswichtiger Infrastruktur, den mangelnden Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung als „sehr ernste“ Herausforderung. Zudem fürchten sie, ihren Anschluss an die Bildung zu verlieren.
 
Kinder sind nach wie vor optimistisch

Dennoch bleibt die Mehrheit von ihnen optimistisch und möchte beim Wiederaufbau des Landes helfen. „Ich will Ingenieurin werden, um Häuser für die Menschen zu bauen“, sagt die 14-jährige Muas (Name geändert). Die Erfahrungen, die Kinder mit dem Krieg gemacht haben, spiegeln sich auch in ihren Berufswünschen wider: Die in der Befragung am häufigsten genannten Berufswünsche sind Arzt oder Lehrer. „Obwohl sie seit acht Jahren im Krieg leben, sind syrische Kinder immer noch voller Hoffnung und entschlossen, ihr Land in eine bessere Zukunft zu führen“, ergänzt Ömer Güven. „Sie fordern Frieden, Stabilität und Bildung. Nun muss die internationale Gemeinschaft in Brüssel alles in Bewegung setzen, um genau das erreichen.“
 
Save the Children fordert Geber und Regierungen auf, die besonderen Bedürfnisse von Kindern bei Hilfsmassnahmen zu berücksichtigen und Projekte langfristig zu finanzieren. Ausserdem müssen Schulen sichere Orte und in Konflikten geschützt sein. Deshalb muss die Staatengemeinschaft die Voraussetzungen für eine Beendigung des Konflikts schaffen und dafür sorgen, dass diejenigen, die internationales Recht gebrochen haben, zur Rechenschaft gezogen werden.