Bildung als Lebensretter

Millionen Kinder weltweit sind von Konflikten und Naturkatastrophen betroffen, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen. Doch Bildung hilft, wieder Struktur, Normalität und einen Alltag in das Leben von Kindern zu bringen. 

13.03.2019

Jedes Kind hat das Recht auf Bildung. Dies fordert unter anderem auch die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Doch gerade während Konflikt- oder Krisensituationen ist Bildung vielen Kindern verwehrt. So kann beinahe jedes zweite Kind, welches von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist, nicht zur Schule gehen. Fragt man diese Kinder, was sie sich am sehnlichsten wünschten, ist die Antwort zur Hauptsache: "in die Schule gehen".
 
Bildung kann eine Massnahme sein, die Kinder schützt, sie auf nachhaltige Weise unterstützt und gar ihr Leben retten kann. Sie hilft Kindern, während einer Krisensituation Stabilität und Struktur zu erfahren und schützt sie vor Risiken und Gefahren. Denn gerade während Krisen, Kriegen und nach Katastrophen sind Kinder oft gezwungen, sich wie Erwachsene zu verhalten. Sie verpassen den Anschluss an ihre Bildung und werden in ihrer sozialen Entwicklung gestört, weil ihnen der Kontakt mit Gleichaltrigen fehlt. Zudem sind Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt, missbraucht, verschleppt oder für bewaffnete Gruppen rekrutiert zu werden.
 
Das verhindert Save the Children. Wir setzen uns auf der ganzen Welt dafür ein, dass Kinder auch in humanitären Krisen eine Bildung erhalten. Denn obwohl die Vereinten Nationen 2010 in einer Resolution beschlossen haben, dass Bildung für Kinder in Notsituationen erforderlich ist, fliessen nach wie vor zu wenig humanitäre Gelder in die Bildung. Im Jahr 2014 waren dies weniger als 2%.

Bildung in humanitären Krisen wirkt Wunder!
 
Bildung als Teil eines humanitären Einsatzes hilft viel mehr, als Kindern nur Zugang zu Schulbildung zu ermöglichen. 
  • Schutz: Schulen und kinderfreundliche Räume schützen Kinder sowohl physisch als auch psychologisch während Notsituationen. Denn in den Schulen erhalten sie zum einen Schutz gegen Ausbeutung und Missbrauch, zum anderen können sie psychosozial unterstützt werden und erhalten wieder Normalität und einen stabilen Alltag.
  • Gesundheitsversorgung: Schulen und geschützte Räume bieten die Struktur, damit lebensrettende Massnahmen wie Nahrungsmittelverteilung, Wasserlieferungen oder Gesundheitsdienste Kindern zugänglich gemacht werden können. Lehrkräfte vermitteln wichtige Informationen über Sicherheit, Gesundheit und Hygiene und machen auf Gefahren wie Landminen aufmerksam.
  • Widerstandskraft stärken: Bildungsprogramme vermindern den Einfluss, den Konflikt- und Katastrophensituationen auf Kinder haben. Kinder werden in ihrer natürlichen Widerstandskraft gestärkt, mit denen sie Notsituationen besser überstehen.
  • Katastrophenvorsorge: In speziellen Programmen erhalten Kinder Informationen, wie man sich gegen Katastrophen und Notsituationen schützen und vorbereiten kann und wissen, wie man sich verhalten sollte. Auf diese Weise werden nebst Kinder auch ihre Familien auf mögliche Katastrophen vorbereitet.
  • Wissensvermittlung: Bildung hilft Kindern, wichtige Bewältigungsstrategien zu erlernen. Problemlösung, Entscheidungsfindung und das Zusammenarbeiten mit anderen helfen Kindern in der Schule, als auch im Beruf weiter – und sie erhalten die Möglichkeit, Verpasstes nachzuholen.
  • Wohlbefinden: Nicht nur für Kinder bietet Bildung eine Erholung. Ihre ganzen Gemeinschaften erhalten eine stabilere Struktur und werden bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse unterstützt.