Monsun in Südasien führt zu starken Überschwemmungen

In Südasien führte starker, siebentägiger Monsunregen zu verheerenden Überschwemmungen. Insgesamt sind 3,2 Millionen Kinder davon betroffen. Save the Children ist besorgt, da die Monsunzeit gerade erst begonnen hat.
Monsun in Südasien

18.07.2019

Bei dauerhaft schlechten Wetterzuständen könnte dies zu einer humanitären Krise führen, die weitere Todesfälle, Verletzungen, Fluchtbewegungen und möglicherweise auch die Verbreitung von übertragenbaren Krankheiten zur Folge hat. Für Kinder ist es eine besonders schwierige Situation: Sie sind anfälliger für Krankheiten, Ausbeutung und Missbrauch.

Norden Indiens von der Aussenwelt abgeschnitten
Die Überschwemmungen forderten bisher 150 Todesopfer, Hunderte werden vermisst. Im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam wurden über 4000 Dörfer überflutet, der Zugang für Hilfsmassnahmen ist erschwert. Rund 4,3 Millionen Menschen, davon 1,72 Millionen Kinder, sind betroffen – im nördlichen Bihar-Staat ist eine weitere Million Kinder in Gefahr.
Anindit Roy, von Save the Children Indien, sagte:

"Wir wollen 15.000 Kinder in Assam sofort mit lebensrettender Hilfe erreichen, einschließlich temporärer Unterkünfte, Wasser, Hygiene und sanitärer Einrichtungen, die alle unerlässlich sind, um Kinder vor dem Regen und potenziellen Krankheiten zu schützen. Unsere Teams vor Ort sagen, dass die Strassen blockiert sind und die Stromversorgung unterbrochen ist, was es sehr schwierig macht, Städte und Dörfer zu erreichen, die von der Außenwelt abgeschnitten sind. In Zusammenarbeit mit der Regierung und unseren lokalen Partnern ist es unsere Priorität, den am stärksten gefährdeten und schwer zugänglichen Gemeinschaften zu helfen, die von den Überschwemmungen betroffen sind."

Starkregen in Bangladesch gefährdet Rohingya
Nicht nur Indien, auch Bangladesch und Nepal sind von den Monsunregen betroffen. Im Norden Bangladeschs leiden mehr als 400'000 Kinder, die in den überfluteten Bezirken des Landes leben.
Dr. Ishtiaq Mannan von Save the Children in Bangladesch sagte:

"In Bangladesch sind wir sind an extreme Wetterbedingungen gewöhnt, aber was am alarmierendsten ist, ist die Häufigkeit von Überschwemmungen durch starke Regenfälle. Wir glauben, dass die zunehmende Intensität und Unvorhersehbarkeit unserer Wetterverhältnisse durch den Klimawandel verursacht wird. Kinder sind von solchen Katastrophen überproportional betroffen, anfälliger für Krankheiten, Verletzungen, Vertreibung und Hunger. Wir sind zutiefst besorgt über die Sicherheit und das Wohlergehen von Millionen von Kindern, die in den abgelegensten Gebieten Bangladeschs leben. Verbleibender Monsun, steigender Meeresspiegel und häufige Sturzfluten könnten das Leben dieser Kinder zunehmend gefährden."

Mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlinge, die in schwachen Bambusunterkünften in Cox's Bazar im Südosten Bangladeschs leben, brauchen nach tagelangem Starkregen ebenfalls dringend Hilfe. Mehr als 6.000 Rohingya-Flüchtlinge wurden bereits durch die Regenfälle vertrieben, weil ihre Unterkünfte teilweise oder vollständig zerstört wurden.
David Skinner, Teamleiter  vor Ort in Cox's Bazar, sagte:

"Unsere Teams beeilen sich, Dutzende von beschädigten Strukturen zu reparieren, damit wir weiterhin Dienstleistungen für die Rohingya-Gemeinschaft in Cox's Bazar erbringen können. Mindestens 90 von Save the Childrens Einrichtungen wurden beschädigt, darunter Dutzende unserer Lernzentren und kinderfreundlichen Räume. Es ist wichtig, dass wir diese so schnell wie möglich in Betrieb nehmen, denn dies sind oft die einzigen Orte, an denen Rohingya-Kinder in einer sicheren und unterstützenden Umgebung lernen und spielen können." 
 
Erdrutsche und Überschwemmungen in Nepal
In Nepal sind derweil schätzungsweise 385'000 Menschen, darunter 155'000 Kinder, von starken Regenfall betroffen, der zu Erdrutschen und weit verbreiteten Überschwemmungen führte. Dutzende von Menschen verloren ihr Leben, und es wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird.
Ned Olney von Save the Children in Nepal sagte:

"Starke Überschwemmungen und Erdrutsche haben Zehntausende von Menschen obdachlos gemacht, viele sind im Freien gestrandet, einige sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist absolut notwendig, dass wir diese Gemeinden erreichen, um zu verhindern, dass sich dies zu einem gesundheitlichen Notfall entwickelt. Wir sind besorgt über mögliche Ausbrüche von übertragbaren Krankheiten wie Durchfall, Ruhr, Typhus, Hepatitis A und E, insbesondere in Gebieten, in denen die Wasserquellen durch Überschwemmungen kontaminiert wurden."