Hunger im Kriegsgebiet

Mit «Hunger im Kriegsgebiet» legt Save the Children einen Bericht vor, der die wachsende Hungerkrise in Syrien und die Herausforderungen bei der humanitären Hilfe für Familien in Notsituationen beleuchtet. Der Bericht zeigt, welche Massnahmen notwendig sind, um die Herausforderungen zu meistern.

24.09.2013
Der Bericht «Hunger im Kriegsgebiet» der global tätigen Kinderrechtsorganisation Save the Children zeigt auf, wie syrische Familien unter dem sich verknappenden Angebot an Lebensmitteln und steigenden Nahrungsmittelpreisen leiden. Er legt zudem Massnahmen vor, die notwendig sind, um die humanitären Probleme anzugehen.

Syrien wurde durch den Konflikt 35 Jahre zurückgeworfen, die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf mehr als 77 Milliarden Schweizerfranken. Allein die Agrarschäden umfassen 1.8 Milliarden Franken. Vier Millionen Syrer (die Hälfte davon Kinder) benötigen sofort Nahrungsmittelhilfe. In weiten Teilen des Landes haben die Menschen kaum Zugang zu humanitärer Hilfe.

Nahrungsmittelinflation von 100%

Die Lage für Familien, die ihre Kinder versorgen müssen, ist schwierig. Ihre Bewegungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, da sie ständig mit neuen Bombardements rechnen müssen. Die Inflation der Lebensmittelpreise von 100% verunmöglicht vielen Familien den Kauf von Brot, Wasser und anderen Grundnahrungsmitteln. Eine syrische Durchschnittsfamilie verwendet derzeit die Hälfte ihres Einkommens für Nahrungsmittel. Ein Fünftel der Familien verbringt eine Woche pro Monat ohne Nahrungsmittel.

Save the Children und andere Organisationen konnten bis jetzt 3,4 Millionen Menschen mit Nahrung versorgen. Die Arbeit im Land ist schwierig, Mitarbeitende von Hilfsorganisationen werden angegriffen, ganzen Hilfskonvois wird die Zufahrt in betroffene Gebiete verwehrt. Über 700 Millionen Franken fehlen, um die humanitäre Katastrophe zu bekämpfen. Rund ein Viertel des Landes konnte bisher nicht mit Nahrungsmittelhilfen versorgt werden.

«Dieser Krieg ist ein Krieg gegen Kinder. Der Mangel an Lebensmitteln, der Mangel an Wasser, die Granaten – alles tötet die Kinder», sagt Ahmad, ein syrischer Flüchtling und Vater einer zweijährigen Tochter.

Die Welt ist mit der grössten humanitären Katastrophe dieser Zeit konfrontiert. Worte sind wichtig, aber Taten sind notwendig.

Save the Children fordert:

  • Die Verantwortlichen sollen die UN-Generalversammlung nutzen, um den Schutz von Kindern in den bewaffneten Auseinandersetzungen zu sichern und ihnen eine Stimme zu geben.
  • Der UN-Sicherheitsrat ist gefordert, Massnahmen zu verabschieden, die allen humanitären Organisationen einen sofortigen, ungehinderten und sicheren Zugang in alle Landesteile Syriens gewährleisten. Alle Konfliktparteien müssen den Transport von Hilfslieferungen an alle notleidenden Menschen erlauben und ermöglichen.
  • Internationale Geber sollen ihre Unterstützung für humanitäre Hilfe aufstocken.
  • Die Nachbarländer Syriens sind aufgefordert, ihre Grenzen offen zu halten, um Hilfsorganisationen die Versorgung der syrischen Bevölkerung über die Grenzen hinweg zu ermöglichen.