1 von 4 Kindern hat keine Kindheit

Sperrfrist: 31. Mai, 20.00 Uhr

Monzu works as a garbage collector in Dhaka, Bangladesh.
Eine neue Rangliste zeigt anlässlich des Weltkindertags am 1. Juni, in welchen Ländern es Kindern am besten geht – die Schweiz landet auf Platz 16. Weltweit werden 730 Mio. Kinder ihrer Kindheit beraubt. Frühverheiratung, Schwangerschaft im Teenageralter und Mord an Kindern gehören zu den Ursachen.

Der neue Bericht «Geraubte Kindheit», den Save the Children anlässlich des internationalen Kindertages (1. Juni) veröffentlicht, fördert unter anderem Folgendes zutage:
 
  • Jeden Tag sterben mehr als 16.000 Kinder vor ihrem 5. Geburtstag, meist an vermeidbaren Ursachen.
  • Ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren (156 Mio.) leiden aufgrund von Mangelernährung unter körperlichen und mentalen Wachstumsverzögerungen.
  • 1 von 6 Kindern im schulfähigen Alter gehen nicht zur Schule.
  • Jeden Tag werden 200 Mädchen und Jungen ermordet.
  • Alle 7 Sekunden wird ein Mädchen unter 15 verheiratet.
  • Alle 2 Sekunden gebärt ein Mädchen ein Kind.
  • Fast 1 von 80 Kindern ist durch gewaltsame Konflikte aus seinem Zuhause vertrieben worden.
  • 168 Mio. Kinder weltweit müssen arbeiten, 85 Mio. von ihnen unter gefährlichen Bedingungen. Das sind mehr als alle in Europa lebenden Kinder zusammen (138 Mio.).
  • 730 Millionen Kinder werden ihrer Kindheit beraubt. Das ist jedes 4. Kind weltweit.

Schlusslicht West- und Zentralafrika; Leader Skandinavien

Niger landet in der Rangliste auf dem letzten von 172 Plätzen. Auch die übrigen unteren Ränge sind ausschliesslich von Ländern in Afrika belegt. In den Top 10 findet man hingegen v.a. europäische Länder, darunter Norwegen und Finnland. Die Schweiz schafft es auf Rang 16.

Ömer Güven, CEO von Save the Children Schweiz, sagt: «Es ist inakzeptabel, dass für mehr als 730 Millionen Kinder nicht einmal grundlegendste Rechte Realität sind. Diesen Kindern wird alles geraubt, was eine Kindheit ausmacht: Sie sterben an Mangelernährung, werden mit gerade einmal 14 Jahren verheiratet oder müssen aufgrund von Konflikten aus ihrer Heimat fliehen. Das müssen wir ändern – und wir können es auch. Veränderung ist möglich, wenn wir gezielt in die Gesundheit, das Wohlergehen und den Schutz von Kindern investieren.»

Mit dem Bericht ruft Save the Children Regierungen dazu auf, dass kein Kind an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen stirbt oder Opfer von extremer Gewalt wird; dass kein Kind wegen Mangelernährung, Frühverheiratung, Frühschwangerschaft oder Kinderarbeit seiner Zukunft beraubt wird; und dass jedes einzelne Kind Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsmöglichkeiten hat, unabhängig davon, wo es lebt.

Die Forderungen an die Regierungen können im Rahmen der Petition endofchildhood.org unterstützt werden. Sie entsprechen den UN-Nachhaltigkeitszielen, zu denen sich die internationale Gemeinschaft 2015 verpflichtet hat und die sie bis 2030 erreichen will. Doch die Welt hinkt ihrem Versprechen hinterher: Fortschritte stellen sich zu langsam ein und bedeuten, dass nach wie vor zu viele Kinder sterben, nicht zur Schule gehen und Opfer von Gewalt werden.

Hinweise an die Redaktionen:
 
  • Die Rangliste basiert auf 8 Indikatoren, die für das abrupte Ende der Kindheit stehen:
    • Kindersterblichkeit
    • Schwere Mangelernährung
    • Schulbesuchsrate
    • Kinderarbeit
    • Frühverheiratung
    • Frühschwangerschaften
    • Vertreibung durch Konflikte
    • Mordrate an Kindern
  • Save the Children setzt sich für die am stärksten benachteiligten Kinder in schwer erreichbaren Regionen weltweit ein. In unseren Programmen geben wir ihnen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Unterkunft, Bildung, Ausbildung und Schutz vor Gefahren.


Save the Children

Save the Children ist die grösste unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt und setzt sich seit 1919 gezielt für die Rechte der Kinder ein. In der Schweiz und auf der ganzen Welt sorgen wir dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, zur Schule gehen können und geschützt sind. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um ihr Leben und ihre Zukunft positiv zu beeinflussen – auch im Not- und Katastrophenfall. Save the Children ist politisch, ideologisch, wirtschaftlich und konfessionell unabhängig. Save the Children hat Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Save the Children ist seit 2006 in der Schweiz aktiv und ist Zewo-zertifiziert.