Kinderschutz im Internet – Minderjährige YouTube-Stars

Save the Children warnt vor den Folgen für die Kinderstars selbst, wie auch für die Kinder, die die Videos anschauen.
boy phone

08.08.2019

Wenn Kinder im Internet zu YouTube-Stars werden, stellt sich die Frage nach dem Schutz dieser Kinder und der Rolle der Eltern. Save the Children warnt vor den Folgen für die Kinderstars selbst, wie auch für die Kinder, die die Videos konsumieren.
 
Immer öfters berichten Medien über Kinderstars im Internet, wo Minderjährige mit Videos Millionen verdienen. Diese Videos zeigen Szenen wie das Testen von Spielzeug, das Probieren verschiedener Gerichte oder wie Kinder den Eltern Streiche spielen – sogenannte Pranks. Millionen Menschen schauen sich die Videos an und natürlich drängt sich auch die Frage des Kinderschutzes im Internet auf.
 
Fall Boram in Südkorea sorgt für Schlagzeilen
 
Das Beispiel der sechsjährigen Boram, die für ihre Eltern ein Grundstück im Wert von mehreren Millionen Dollar kaufen konnte, sorgt nun nicht nur in Südkorea für Schlagzeilen, sondern geht um die Welt und wird auch in der Schweiz diskutiert. Boram ist ein YouTube-Star mit Millionen Followern aus der ganzen Welt. Save the Children reichte bei der Regierung eine Beschwerde über ihre Eltern ein und argumentierte, dass solche Videos negative Auswirkungen für Kinderstars selbst und zudem eine schlechte Vorbildfunktion für zuschauende Kinder haben. Die Eltern wurden schlussendlich zur Teilnahme an einem Erziehungskurs verpflichtet.
 
Kinderstars wie Boram sind folgenden Gefahren ausgesetzt:
  • Die Handlungen in den Videos können dem Kind emotionalen Schmerz zufügen
  • Erwachsene Personen, die die Videos verwalten, haben finanzielle Vorteile, indem sie die Videos an eine unbestimmte Anzahl von Personen weitergeben. Dies kann als Ausbeutung des Kindes angesehen werden
  • Auch für Kinder, die die Videos schauen, können die Inhalte emotional belastend sein;
  • Durch teils unmoralische Handlungen, zu denen das Kind im Video gedrängt wird, entwickelt es Schwierigkeiten, den Unterschied zwischen Realität und Fiktion zu erkennen;
 
Save the Children appelliert für bewussten Kinderschutz im Internet
 
Das Ziel von Save the Children in diesem Fall war es nicht, einzelne Akteure wie die Eltern von Boram an den Pranger zu stellen. Als Kinderrechtsorganisation appellieren wir vielmehr für eine öffentliche Debatte zum Thema Kinderschutz im Internet und einer verstärkten Bewusstseinsförderung bei Eltern und auch Lehrpersonen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Frage nach dem Inhalt solcher Videos, denn dieser sollte «kinderfreundlich» sein und die Kinderrechte achten. Diese Thematik wird in der heutigen Zeit der Digitalisierung immer stärker aufkommen und die Frage nach den Gefahren für Kinder und den Möglichkeiten des Kinderschutzes im Internet wird immer relevanter.
 
Integrativer Ansatz von Save the Children in Serbien und Bosnien & Herzegowina
 
In Serbien und Bosnien & Herzegowina führen wir ein Projekt zur Verhinderung und Bekämpfung der Ausbeutung von Kindern im Internet durch. Im Programm wird das Problem mit der Involvierung aller Beteiligten angegangen. Kinder werden in der Schule über die Gefahren im Internet aufgeklärt – wie auch Lehrpersonen und Eltern. Auch die Sicherheitsbehörden sind stark involviert, damit sie Missbrauchsfälle erkennen und entsprechend behandeln können. Zudem arbeiten wir im Rahmen des Projekts mit bekannten YouTube-Stars zusammen, die ebenfalls als Vorbilder der Kinder eine Vorbildfunktion für eine bewusste und sichere Internetnutzung einnehmen können.
 
Setzen Sie sich mit einer Spende für den Schutz von benachteiligten Kindern ein!