Ukraine: 5 Schulen & 2 Kindergärten bombardiert

Nach der erneuten Eskalation der Kämpfe in der Ost-Ukraine sind innert einer Woche fünf Schulen und zwei Kindergärten zerstört worden.

08.02.2017

In der Ost-Ukraine sind nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe innert einer Woche mindestens fünf Schulen und zwei Kindergärten bombardiert worden. Elf weitere Schulen mussten aufgrund der Kämpfe geschlossen werden.

Insgesamt sind über 2.600 Kinder in von der Regierung gehaltenen Gebieten im Osten der Ukraine von den jüngsten Schulschliessungen betroffen. Allein in der Stadt Avdiivka bleiben sieben Schulen und Kindergärten geschlossen, 1.400 Kinder müssen ihre Bildung unterbrechen. Schulen, die trotz der Kämpfe geöffnet bleiben, sind mit sinkenden Schülerzahlen konfrontiert. Eltern sind aufgrund der heftigen Kämpfe und wegen nicht explodierter Sprengsätze in den Strassen besorgt, ihre Kinder überhaupt noch aus dem Haus zu lassen.

Save the Children verurteilet die Bombardierung von Schulen aufs Schärfste und fordert alle Konfliktparteien dazu auf, sich mit sofortiger Wirkung wieder an die Waffenstillstandsvereinbarung von Minsk (August 2015) zu halten. Alle Konfliktparteien müssen sich an internationales humanitäres Recht halten und sicherstellen, dass weder Schulen noch andere zivile Infrastruktur Ziel von Angriffen werden.

Michele Cecere von Save the Children in der Ukraine sagt: «Die Bombardierung von Schulen ist in diesem Konflikt leider alltäglich geworden. Berichten zufolge liegt in den Strassen eine Unmenge nicht explodierter Sprengsätze, die Kinder auf dem Schulweg zusätzlich gefährden. Es ist absolut essentiell, dass Kinder so bald wie möglich wieder sicher zur Schule gehen können, um nicht noch mehr von ihrer Bildung zu verpassen.»

Die aktuelle Bombardierung und Schliessung von Schulen sind nur die jüngsten in einer Reihe von verheerenden Ereignissen für die Bildung der ukrainischen Kinder: Innert drei Jahren des Krieges wurden über 740 Schulen – das sind 20% aller Schulen – beschädigt oder zerstört. 600.000 Kinder in der Ost-Ukraine sind davon betroffen und verpassen zum Teil seit Monaten ihre Bildung.