USA: Einreisestopp für Flüchtlinge

Die US-amerikanische Regierung hat den Stopp des amerikanischen Flüchtlingsprogramms angeordnet.

31.01.2017

Die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump hat am Freitag, 27. Januar, mit einem exekutiven Erlass den Stopp des amerikanischen Flüchtlingsprogramms angeordnet. Während der nächsten 120 Tage können keine Flüchtlinge in die USA einreisen. Syrischen Flüchtlingen wurde die Einreise sogar auf unbestimmte Zeit untersagt.

Carolyn Miles, Geschäftsführerin von Save the Children USA, äusserte sich dazu wie folgt:

«Die USA waren lange ein Hoffnungsträger für Millionen Kinder und Familien, die vor Krieg und Verfolgung flüchten. Die Welt ist heute mit der grössten Flüchtlingskrise seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert. Mehr als 65 Millionen Menschen sind gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Über die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder. Wir haben die moralische Verpflichtung, ihnen zu helfen. Flüchtlingskinder fliehen vor Terror – sie sind keine Terroristen.»

«Ich habe hunderte Flüchtlingsfamilien kennengelernt: in den USA, in Deutschland, im Nahen Osten und in Afrika. Ich habe die Geschichten dieser Familien aus erster Hand gehört. Die Geschichten von unerbittlichem Krieg und von unglaublicher Not. Fast alle Familien, die ich kennengelernt habe, erzählen mir, dass sie geflohen sind, damit ihre Kinder eine Kindheit haben können. Damit sie eine Bildung und die Chance auf eine Zukunft haben. Wir können diesen Familien – und unseren amerikanischen Werten – jetzt nicht den Rücken kehren, indem wir Flüchtlingen die Einreise verbieten. Wir können unsere Bürgerinnen und Bürger beschützen, ohne dass wir jenen, die schon alles verloren haben und die nach einer besseren Zukunft in Amerika suchen, noch mehr Steine in den Weg legen.»

«Fakt ist, dass das amerikanische Flüchtlingsprogramm Leben rettet – insbesondere von Frauen und Kindern unter 12 Jahren, die 67% der syrischen Flüchtlinge in den USA ausmachen – und gleichzeitig die Sicherheit unseres Landes sichert. Indem wir Flüchtlinge aufnehmen, unterstützen wir unsere Partner, die überproportional von Fluchtbewegungen betroffen sind. Die Aufnahme von Flüchtlingen sendet ausserdem ein starkes Signal an Gruppen, die uns schaden wollen: Die USA bleibt ein wichtiger Träger von Stabilität und Freiheit in der Welt.»

«Die USA muss auch weiterhin Führungsstärke beweisen und seiner globalen Verantwortung gerecht werden, den Verletzlichsten – unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft – Zuflucht zu gewähren.»

«Seit unserer Gründung 1919, setzt sich Save the Children unermüdlich für Kinder und ihre Familien auf der Flucht ein. Wir versorgen sie mit lebensrettenden Hilfsgütern, verbessern den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und beschützen Kinder vor Ausbeutung. Wir setzen diese lebensrettende Arbeit für Kinder fort – unabhängig von ihrer Ethnie, ihrem Glauben oder anderen Faktoren.»