Projektbeschrieb

Ausgangslage

Die Bevölkerung Albaniens ist im vergangenen Jahrzehnt aufgrund tiefer Geburtenraten, hoher Migration und Alterung der Gesellschaft geschrumpft. Die globale Finanzkrise und wirtschaftliche Probleme in anderen europäischen Staaten haben zu einem Anstieg der Armut geführt. Auch das albanische Gesundheitswesen steht vor Herausforderungen. Es ist zwar relativ flächendeckend, jedoch hochgradig ineffizient. Das Gesundheitspersonal ist schlecht ausgebildet, die Korruptionsraten sind hoch. Davon sind insbesondere marginalisierte ethnische Gruppen, zum Beispiel die Roma, betroffen. Sie leiden unter hoher Arbeitslosigkeit, schlechten Wohn-und Lebensbedingungen sowie einer hohen Analphabetenrate. Reformen im Gesundheitswesen wurden bis vor Kurzem komplett vernachlässigt. Reformen nun durchzusetzen ist essentiell, um auch den ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung zu verschaffen.
Projektziele

Dank dem Projekt soll die albanische Bevölkerung, inklusive den verletzlichsten Bevölkerungsgruppen, verbesserten Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung erhalten. Die Gesundheitseinrichtungen sollen besser geführt und das Gesundheitssystem als Ganzes besser verwaltet werden.
Interventionsmethoden und Begründung

Das Projekt verfolgt den Ansatz, das albanische Gesundheitssystem aus zwei unterschiedlichen Richtungen zu stärken: Auf Seiten der Patienten (Inklusion von verletzlichen und armen Bevölkerungsgruppen, Sensibilisierungskampagnen rund um das Thema Gesundheit in Verbindung mit Alphabetisierung usw.), wie auch auf Seiten der Gesundheitsversorger (Qualität der Versorgung, Infrastruktur, medizinische Ausrüstung usw.).Um den Zugang der Bevölkerung zum Gesundheitssystem sowie das Gesundheitswesen als Ganzes zu stärken, kommen unter anderem folgende Massnahmen zum Einsatz:
  • Das Gesundheitspersonal auf lokaler Ebene wird fortlaufend weitergebildet.
  • Die Führungskapazitäten auf lokaler und regionaler Ebene werden verstärkt, um die primäre Gesundheitsversorgung lokal zu unterstützen. Zudem wird die Koordination mit regionalen und lokalen Behörden verbessert.
  • In Pilotprojekten finden Sensibilisierungsprogramme statt, die auf medizinisches Personal, die Gesellschaft und einzelne Bevölkerungsgruppen abzielen. Die Programme machen auf Themen im Gesundheitsbereich aufmerksam.
  • Die Finanzierung, Ausbildung und die Steuerung im Gesundheitswesen wird verbessert.
  • Die universitäre medizinische Bildung wird unterstützt.
Leistungsempfangende
 
Das Projekt deckt zwei der zwölf albanischen Regionen (Qarks) ab: Dibër und Fier. Die Fortschritte im Bereich der Gesundheitsversorgung werden insbesondere Müttern, Kindern, Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen zugutekommen. Ebenso werden marginalisierte Gruppen, wie die Roma, von einem besseren Zugang zum Gesundheitssystem profitieren. Ärzte, Pflegepersonal und andere Mitarbeitende im Gesundheitswesen profitieren von einer verbesserten Bildung. Dadurch werden ihre professionellen Fähigkeiten gestärkt.Die albanischen Gesundheits- und Bildungsbehörden werden in der Ausgestaltung und Umsetzung von Reformen unterstützt. Die lokalen und regionalen Behörden erhalten die nötigen Kompetenzen, um die Gesundheitssysteme und deren Weiterentwicklung zu steuern. Die Zivilgesellschaft wird in den Prozess einbezogen und beteiligt sich insbesondere in den Bereichen Sensibilisierungsarbeit, Inklusion marginalisierter Gruppen und Anti-Korruptionsmassnahmen.
Erwartete Resultate
 
Die Regierung, Geber und andere wichtige Akteure beteiligen sich an der Reform des Gesundheitssystems und helfen, die medizinischen Leistungen durch besseres Management und bessere Ausbildung des Gesundheitspersonals zu stärken. So erhält die Bevölkerung in der Projektregion, insbesondere die marginalisierten Gruppen, verbesserten Zugang zu einer qualitativ hochwertigeren Gesundheitsversorgung. Die Bewusstseinsbildung im Gesundheitsbereich trägt dazu bei, dass die Zivilgesellschaft sich aktiv am Gesundheitssystem und dessen Reformen beteiligt und steigert die Verantwortlichkeit der Behörden gegenüber der Bevölkerung.