Projektbeschrieb

Ausgangslage
Seit den 90er Jahren müht sich der Kosovo mit einem unterdurchschnittlichen Gesundheitssystem ab, welches den Bedürfnissen der kosovarischen Bevölkerung nur ungenügend entspricht. Indikatoren zeigen, dass das Land eine der schlechtesten Gesundheitsversorgungen in Südosteuropa hat und im Vergleich mit seinen Nachbarländern unterdurchschnittlich abschneidet. Vor allem der Gesundheitszustand von benachteiligten und ausgegrenzten Gruppen ist beunruhigend. Diese Gruppen werden aus finanziellen und sozialen Gründen daran gehindert, Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

In den Jahren nach dem Kosovo-Konflikt erhielt das Land umfangreiche Unterstützung, welche jedoch nur teilweise erfolgreich war. Gründe dafür waren unter anderem die ungenügende Koordination, zu strikte Reformstrategien, zu knappe Zeitpläne für umfassende Reformen und begrenzte Kapazitäten der damals neu gegründeten staatlichen Institutionen.

Wie Daten der Weltbank zeigen, lag die Lebenserwartung im Jahr 2011 im Kosovo für Männer bei 69 Jahren und für Frauen bei 76 Jahren. Im Kosovo ist sowohl die Sterblichkeitsrate nach Verletzungen, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nach Krebs, als auch für Säuglinge während der perinatalen Phase (von der 22. Schwangerschaftswoche bis zum 7. Tag nach der Geburt) deutlich höher als in den Nachbarländern oder im EU-Durchschnitt.
Projektziele
Ziel des Projektes ist es, sicherzustellen, dass sich die Gesundheit der Bevölkerung im Kosovo verbessert und dass Patienten – vor allem verletzliche und diskriminierte Gruppen – besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und -versorgung haben und sich ihrer Rechte und Pflichten bewusst sind.
 
Ergebnis 1: Medizinische Fachkräfte in den Projektgemeinden liefern qualitativ hochwertige Dienstleistungen, die sowohl besser auf die Bedürfnisse der Gemeinden, als auch der darin lebenden benachteiligten Bevölkerungsgruppen, abgestimmt sind.
 
Ergebnis 2: Medizinische Fachkräfte in den Projektgemeinden verbessern ihre Leistungsfähigkeit in der Durchführung der Dienstleistungen, so dass eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung stattfindet, die den Bedürfnissen der Gemeinden entspricht.
 
Ergebnis 3: Das gesundheitsbewusste Verhalten der Bevölkerung in den Projektgemeinden verbessert sich (insbesondere von benachteiligten Bevölkerungsgruppen) und Gemeinschaften werden ermutigt, von ihrem Recht auf qualitativ hochwertige Dienstleistungen Gebrauch zu machen.
Interventionsmethoden und Begründung
Das Projekt zur Steigerung der Gesundheitsversorgung verbessert zum einen die Qualität der erbrachten Dienstleistungen und stärkt die Kapazitäten auf Gemeindeebene, zum anderen wird das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung – auch von benachteiligten Bevölkerungsgruppen – erhöht.

Mit dem Projekt werden ausserdem eine Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung und eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit von medizinischen Fachkräften erreicht. Auf Gemeindeebene werden die Kapazitäten ausgebaut, damit eine sektorübergreifende medizinische Grundversorgung geplant, durchgeführt und überwacht werden kann.

Das Projekt steht im Einklang mit der Strategie des Gesundheitsministeriums zur Förderung der Gesundheitsversorgung und wird mit Hilfe des nationalen Gesundheitsinstituts umgesetzt. Dabei kann auf ein Netzwerk von bestehenden gemeindebasierten Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und lokalen Erbringern von Gesundheitsdienstleitungen aufgebaut werden, um eine bessere Grundversorgung auf Gemeindeebene gewährleisten zu können.
Leistungsempfangende
1,5 Millionen Kosovaren in ausgewählten Gemeinden
Erwartete Resultate
  • In zwölf Gemeinden werden die Qualitätsstandards der medizinischen Grundversorgung aufgrund der Verbesserung von Strukturen und Prozessen erhöht.
  • Ausbau der Kapazitäten für die Behandlung von Krankheiten auf Gemeindeebene
  • In einem Pilotprojekt werden Gesundheitsdienstleistungen für benachteiligte Gruppen angeboten
  • Gesteigerte Anzahl an Gemeinden, in denen Qualitätsstandards erhöht und überwacht werden
  • Gesteigerte Anzahl an Gemeinden, in denen die Rückmeldung der Bevölkerung berücksichtigt und in die Gesundheitsleistungen integriert werden
  • Ausbau des Gesundheitsbewusstseins: Verbesserung des Wissens in der Bevölkerung – auch in benachteiligten Gruppen wie der Roma, der Ägyptischen Gemeinden und der ländlichen Bevölkerung
  • Erhöhung der Anzahl Gemeinden, in denen Initiativen gestartet werden, die zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit beitragen.