Kinderrechte

Kinder und Jugendliche haben Rechte.
Vor 27 Jahren, am 20. November 1989, wurden diese universell gültigen und nicht verhandelbaren Kinderrechte in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben. Die UN-Kinderrechtskonvention ist die weltweit am breitesten ratifizierte Konvention überhaupt. Nur ein Land (USA) ist ihr nicht beigetreten.

Die folgenden zehn werden als die zentralsten Rechte der UN-Kinderrechtskonvention betrachtet:
  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Rasse, Religion, Herkunft und Geschlecht
  2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit
  3. Das Recht auf Gesundheit
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
  6. Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln
  7. Das Recht auf eine Privatsphäre und eine Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe bei Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung

Die Schweiz hat die UN Kinderrechtskonvention 1997 ratifiziert.

Umsetzung der Kinderrechte – eine Bilanz

Doch hat die UN-Kinderrechtskonvention überhaupt einen Einfluss auf die Umsetzung der Kinderrechte weltweit? In unserer Infografik ziehen wir Bilanz: Was haben wir in den vergangenen mehr als 25 Jahren in Bezug auf die weltweite Verwirklichung der Kinderrechte erreicht? Infografik hier ansehen

Kinder haben heute zweifelsohne bessere Chancen, ihre Rechte zu verwirklichen, als noch vor einigen Jahren. Die Kinderrechtskonvention setzt diesbezüglich wichtige Standards und Leitlinien. Und sie hilft, Kinderrechte in die nationale Gesetzgebung der Unterzeichnerstaaten zu integrieren.

Trotz der epochalen Fortschritte, die in den vergangenen Jahren erreicht wurden, bleiben grosse Herausforderungen – zu viele Kinder sterben auch heute noch vor ihrem fünften Geburtstag, sehen nie ein Klassenzimmer von innen oder werden regelmässig geschlagen und gedemütigt.

Missstände auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz bleiben Lücken in der Umsetzung der Kinderrechte bestehen. Es fehlt zum Beispiel bis heute eine Koordination zwischen Bund und Kantonen für die Umsetzung der Kinderrechte. Zwischen den einzelnen Kantonen bestehen eklatante Unterschiede in der Umsetzung der Kinderrechte. Besonders verletzliche Gruppen von Kindern und Jugendlichen (Kinder mit einer Behinderung, von Armut betroffene Kinder, unbegleitete minderjährige Asylsuchende) leiden am meisten unter der Ungleichbehandlung. Körperstrafen sind in der Schweiz weiterhin nicht verboten.

Weitere Informationen zu den Kinderrechten und zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in der Schweiz in unserem Magazin «Wir haben Rechte» und in unserer Infografik.